Jubelfeier in Fützen

Ein altes Bauerndorf feiert mit jugendlicher Kraft seinen Ursprung
Ein herrlicher Sommertag war den Bürgern und Gästen von Fützen beschieden, um das in monatelanger Vorbereitung trefflich ausgerichtete Jubiläum seines urkundlichen "Geburtsjahres zu feiern. Umrahmt von festlichen Klängen und Gesängen des Musikvereins Epfenhofen unter der Leitung von Lothar Brutsche und dem Jugendchor Fützen mit ihrer Leiterin Renate Günthner, eröffnete Ortsvorsteher Ewald Gut , sichtlich beeindruckt von der großen Zahl von mehreren Hundert Gästen den feierlichen Festakt. Mehrere Promiente Besucher, so Landrat Karl Heim, MDL Fritz Buschle oder auch Kreisarchivar Dr. Joachim Sturm waren zum zweiten Mal gekommen, um der Jubelgemeinde ihre Referenz zu erweisen. Sogar Siegfried Kauder, Bundestagsabgeordneter (CDU) hatte dieses mal sein Versprechen eingelöst, aus Berlin nach Fützen, an die zur Zeit "heiße" Schweizer Grenze (Fluglärm) zu kommen.
Alle Festredner, darunter vornehmlich der Schirmherr der Feierlichkeiten, Bürgermeister Matthias Baumann, würdigten noch einmal, wie bereits beim Festakt am vergangenen Samstag, die wechselvolle Geschichte des Dorfes zwischen Buchberg und dem Randen und den großen Zusammenhalt und starken Bürgerwillen von Alt und Jung, Altes zu achten, und die Zukunft zu gestalten, wie es in der Festschrift hieß. Dazu brachte auch Max Wirth, Gemeindepräsident i. R., ein persönlicher Freund von Ewald Gut, aus Merishausen/CH seine und die Glückwünsche der benachbarten Grenzorte aus Bargen und Beggingen.
Ortsvorsteher Ewald Gut verdeutlichte in seiner Laudatio die durchaus nicht konfliktfreie Denk- und Planungsphase, die letztlich mit deren Ausführung zum gelungenen  Werk der Neugestaltung des Ortsmittelpunktes mit dem neuen Ortsbild prägenden Pavillon und dem 100 Jahre alten Uhrwerk führten.
Unter dem starken Beifall der Gäste enthüllte er sodann die große Glasvitrine mit dem von Robert Brutsche herausgeputzten Museumsstück aus dem Jahre 1908. Brutsche, der über dreihundert Stunden für diese meisterliche Arbeit aufgewendet hatte und darüber hinaus noch weitere zweihundert Stunden freiwillige Helferstunden bei der Platzgestaltung aufgebrachte , wurde der große Dank im Namen der Gemeinde ausgesprochen.
Nach weiteren Ansprachen sprachen die Pfarrherren der beiden Konfessionen, Stadtpfarrer Edgar Wunsch und Pfarrer Peter Walter (römisch-katholisch) und Pfarrer Armin Luhmer, sowie Ulf-Martin Schmitt (altkatholisch) die Segensgebete. Pfarrer Wunsch überbrachte die Grüße der erkrankten evangelischen Pfarrerin Gabriele Remane.
Danach folgte eine weitere Augenweide für die fröhlichen Gäste, indem der Bürgermeister, der Ortsvorsteher und die Ortschaftsräte von Fützen eine bereits sechs Meter hohe Kastanie einpflanzten. Letztendlich dankte Gut allen Anwesenden für ihr Kommen, vor allem aber seinem Organisationsteam und den vielen Helfern, die zum guten Gelingen dieser denkwürdigen Festtage beitrugen.
Dann aber gab es mächtig "Krach" im Dorf, der aber durchaus friedlich gehandhabt wurde. Flankiert von zehn ohrenbetäubenden Böllerschüssen, aus der stadteigenen Kanone auf dem hohen Kirchplatz abgefeuert, vollzog der Fützener Schultes den längst ersehnten Fassanstich mit dem inzwischen wohl lauwarmen Gerstensaft aus ehemals fürstlichem Gebräu.
Weitere erlebenswerte Höhepunkte für die immer zahlreicher eintreffenden Besucher waren dann der Rundgang durch die geschickt angeordnete Festmeile mit vielen Attraktionen. Bei den Verkaufsständen des über 50 Meter langen Flohmarktes wechselten manche Raritäten und Schnäppchen den Besitzer. Ausstellungsstücke, vom Oldtimer, alter Handwerkerkunst, aber auch der Streichelzoo die Spielplätze für die Kleinen boten ein malerisches Bild.
Viel Mühe hatte sich die Waidmänner des Hegerings Blumberg mit ihrem Infostand und der Möglichkeit eine fast echte Sau abzustechen gemacht. Darüber hinaus durfte hier unter fachkundiger Aufsicht sogar auf die Scheibe geschossen werden.
Traktoren und Auto-Fans hatten reichlich Möglichkeit, die Oldies, aber auch neueste Technik zu bewundern. Mächtig ragte der 30-Meter hohe Ausleger des Baukrans der örtlichen Zimmerei- und Dachdecker Firma in den strahlend blauen Himmel. Jenseits des Kommenbachs aber kündigte lautes Gebrumm eine weitre Attraktion an. Vor der Kulisse des großen landwirtschaftlichen Gehöftes von Arnold Gleichauf, fraß wie vor 50 Jahren, eine damals moderne fahrbare Dreschmaschine die bereitgestellten Garben in sich hinein und das kostbare Korn wurde herausgeblasen. Angetrieben wurde das mächtige Gerät von einem alten Bulldog.
Ruhiger ging es daneben im alten Schlachthaus zu, wo Bäuerin Veronika Gleichauf knusperiges und duftendes Bauernbrot buk, das ihre Töchter nebenan sogleich zum Verkauf anboten. Wie angekündigt gab es auf diesem Bauernmarkt weitere Produkte aus der heimischen Landwirtschaft, veredelt bei der regionalen "Breisgaumilch", zu kosten und zu kaufen. Der örtliche Metzger bot dazu alternativ seine  immer "guten" Wurst- und Schinkenspezialitäten frisch aus dem Rauch an.
Wer von all diesen schmackhaften "Kalorien-Bomben", die es natürlich an vielen weiteren Verkaufständen bei den Landfrauen, bei der Eggäsli-Zunft, der Musik und dem SV, der Feuerwehr, wie auch im Pfarrhauskeller gab, konnte sich bei eventuellen Verdauungsproblemen an der Schnapsbar der Fützener Edel-Brennerei "medizinisch" versorgen lassen.
Beinahe aufregend war der Auftritt der Jugendfeuerwehr, die gleichzeitig als "Zündler" und Löschtrupp auftrat, indem die Floriansjünger gleich ein ganzes Haus anzündeten (aus Pappe) um dies aus der alten Feuerspritze löschten, wobei selbst prominente Gäste wie Bürgermeister-Stellvertreter Stefan Scherer an die brachiale alte Wasserpumpe "abkommandiert" wurden.
Für ausgezeichnete Festtagsstimmung aber sorgten bravourös auf der schattigen Festbühne die "Gässli Huper" aus Gutmadingen, die, gespickt mit allerhand witzigen Einlagen, begeisterten Beifall fanden. Doch auch die große Fotoausstellung im Bürgersaal, wie auch das historische Haus in der Hofstraße verzeichneten am Samstag bereits jeweils über hundert Besucher.
Es ging schon gegen Mitternacht, als der angekündigte Schlussakkord, die nach tausenden zählenden Gäste und Nachtschwärmer in ihren Bann zog. Die wohl einmalige Vorführung "Kommenbach in Flammen". Hier wurden mit acht Bar Wasserdruck herrlich in allen Farbenspielen zehn Meter hohe farbenfrohe Wassersäulen in die Nacht produziert. Die inzwischen recht lautstark in Szene gesetzten U 40 und Ü40 Partys ließen die Gäste zwangsläufig weiter die inzwischen kühle Nacht in Fützen genießen und als die ängstlich hinter dem Randen aufkeimende Morgenröte die bleiche Sichel des Mondes auslöschte, ertönten aus dem "Niederdorf" und um das Rathaus immer noch zum Teil recht fragwürdige Stimmbänder-Verrenkungen, die nicht von Mozart oder Johann Sebastian Bach stammen konnten.
(29.06.08 - Bericht und Bilder: E. Schüle)

 
 

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Dorffest lockt Besucherscharen an

Es waren weit über 3000 Festbesucher, die am Sonntagnachmittag nach Fützen kamen, um sich das vielsagende Programm anzusehen. Schon bald mussten weitere Tischreihen nachgeschoben werden. Zunächst eröffnete die Stadtmusik Blumberg unter der Leitung von Musikdirektor Michael Jerg den Reigen der Darbietungen auf gewohnt hohem Niveau. Aber auch die nochmaligen Darbietungen vom Samstag wie Dreschen, Brot backen und weitere alte Handwerkskünste lockten die Menschen wieder von Ort zu Ort, so dass der Ortsmittelpunkt eine einzige Schaubühne war.
Eine besondere Attraktion war der Korso von über 80 Traktoren und Autos, Oldtimer, die bei manch ehemaligen Landwirt alte Erinnerungen an seine aktive Zeit wachriefen. Beste musikalische Unterhaltung boten die "Eschwald-Musikanten" aus Linx (bei Kehl). Ralf Blaser erlebte in seinem denkmalgeschützten Haus eine wahre Invasion und beantwortete geduldig 1000 gestellte Fragen.
Ebenfalls einen wahren Ansturm, über den sich Bernhard Prillwitz, der die Ausstellung mit seinem Kollegen Dietrich Reimer aufgebaut hatte, überrascht, aber auch sehr zufrieden zeigte, erlebte die Bildergalerie im Rathaus, die zu Recht den Namen: "Fützen im Laufe der Zeit" verdiente. Mancher von auswärts angereiste Besucher entdeckte mit Freude sein ehemaliges Elternhaus, das längst nicht mehr da ist, oder gar den Großvater als stolzen Trommler oder Sänger beim Gesangverein. Neu war sogar vielen Fützener, dass es hier im Jahre 1944/45 der Not gehorchend eine Damenfeuerwehr gegeben hat.
Der fulminante Auftritt der Laienspieler der Grundschüler aus Fützen war der absolute Höhepunkt als vorläufiger Abschluss des Nachmittagsprogramms, der mit dem Kampf der "echten" Ritter aus Villingen den Nachmittag in sengender Sommerhitze abschloss. Dieses fernsehreife Spektakel wurde von den Lehrkräften Verena Duschek, Elisabeth Bulitta, Klaus Barczaitis und Michael Müller, speziell auf das mittelalterliche Leben in Fützen abgestimmt, einstudiert, was den sehr begabten Schülern offensichtlich riesigen Spaß bereitete.
Zum Abschluss stand noch eine lange und mit Hochspannung geladene Nacht bevor, denn die Männer vom SV boten die Möglichkeit, das Spiel der Spiele gemeinsamen in der Pfarrhausscheune anzuschauen.
(30.06.08 - Bericht und Bilder: E. Schüle)

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